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04.04.2023
Bei den meisten Männern, die an Brustkrebs erkranken, lässt sich kein eindeutiger Risikofaktor nachweisen. Es bleibt also oft unklar, warum man selbst erkrankt ist.
Bei den bekannten Risikofaktoren ist meist ein Ungleichgewicht der männlichen und weiblichen Geschlechtshormone ursächlich. Auch Männer bilden das Geschlechtshormon Östrogen, normalerweise aber in viel geringeren Mengen als Frauen. Das Hormon wird bei Männern aus hormonellen Vorstufen, wie zum Beispiel auch aus Testosteron, gebildet. Diesen Prozess bewirkt das Enzym Aromatase, das vor allem im Fettgewebe vorkommt. [3] Erkrankungen, die dazu führen, dass der Östrogenspiegel beim Mann vergleichsweise hoch ist (z.B. starkes Übergewicht, Lebererkrankungen wie eine Leberzirrhose, Hodenentzündungen oder Nebenhodenentzündung, ein Hodenhochstand in der Kindheit [5], das Klinefelter-Syndrom [4]), erhöhen das Brustkrebsrisiko. Denn Östrogene bewirken das Wachstum der Brustkrebszellen. Auch ein genetisches Risiko kann für eine Brustkrebserkrankung verantwortlich sein. Veränderungen (Mutationen) z.B. im Bereich der Brustkrebsgene BRCA (englisch: breast cancer genes) erhöhen das Erkrankungsrisiko. [5] (mehr Informationen unter https://www.brca-netzwerk.de/). Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus, Prostatakrebs oder eine Schilddrüsenüberfunktion und der Lebensstil können das Brustkrebsrisiko erhöhen. So erkranken Männer mit Übergewicht, Bewegungsmangel, hohem Alkoholkonsum und Raucher deutlich häufiger. [2] [4] Wenn Männer über eine längere Zeit Testosteron (z.B. Bodybuilder oder als Therapie bei Erkrankungen) oder Anabolika bzw. Wachstumshormone zum Doping eingenommen haben, erhöht sich ihr Brustkrebsrisiko. [4]
Eine frühere Strahlentherapie im Bereich des Brustkorbs (meist aufgrund einer Krebserkrankung) ist wie bei Frauen auch ein klarer Risikofaktor für Brustkrebs. [2] Daher ist es wichtig, dass Männer, die als Kinder oder junge Erwachsene vorbestrahlt wurden, auf Veränderungen ihrer Brust achten.
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