Das Mammographie-Screening-Programm wurde in Deutschland seit 2005 schrittweise eingeführt und ist das größte Screening-Programm zur Krebs-Früherkennung in Europa. Es wird allen Frauen zwischen 50 und 75 Jahren angeboten – wird allerdings (leider!) nur von etwa der Hälfte von ihnen wahrgenommen.
Wie funktioniert das? Frauen zwischen 50 und 75 Jahren erhalten alle zwei Jahre per Post eine Einladung zur Mammographie. Die Teilnahme am Screening ist dabei kostenlos und freiwillig und kann in einem von 95 zertifizierten Screening-Zentren erfolgen. Der große Vorteil dieses Screening-Programms ist die hohe Spezialisierung: Geschulte Fachkräfte, moderne Technik und die unabhängige Begutachtung der Röntgenbilder durch zwei erfahrene Radiologen sorgen für besonders verlässliche Ergebnisse.
Eine neue Studie, die das Bundesministerium für Gesundheit im Sommer 2025 veröffentlicht hat, bestätigt die hohe Wirksamkeit des Screenings: Etwa jeder vierte Brustkrebs-Todesfall lässt sich durch die Teilnahme am Screening-Programm verhindern.
Dies zeigt wiederum auch, dass der Nutzen des Mammographie-Screenings für die teilnehmenden Frauen erheblich größer ist als das sehr geringe Strahlenrisiko durch die Untersuchung selbst.
Die Untersuchung wird in zertifizierten Fachpraxen (Screening-Einheiten) durchgeführt. In ländlichen Regionen gibt es das Mammographie-Mobil, einen speziell für das Screening umgebauten Bus. Vor der Untersuchung macht man den Oberkörper frei. Damit das Gewebe im Mammographie-Bild gut beurteilt werden kann, wird die Brust zwischen zwei Plexiglasplatten kurz zusammengedrückt und “in zwei Ebenen” (von oben nach unten sowie schräg) geröntgt. Das kann von einigen Frauen als unangenehm oder schmerzhaft empfunden werden, dauert aber nur wenige Minuten.
Die Aufnahmen werden dann von mindestens zwei spezialisierten Radiologen unabhängig beurteilt. Stimmen die Bewertungen nicht überein oder ist der Befund unklar, sieht eine dritte Fachkraft die Bilder an.
Nach wenigen Tagen erhalten Sie das Ergebnis per Post.
Wichtig: Sollten Sie in diesem Brief mit dem Untersuchungsergebnis zu weiteren Untersuchungen eingeladen werden, also einen so genannten “positiven Befund” haben, bedeutet dies nicht automatisch, dass Brustkrebs; meist handelt es sich um gutartige Veränderungen oder unklare Auffälligkeiten, die aber in der Mammographie nicht ausreichend beurteilbar sind.