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Die Chemotherapie (oder auch kurz: „Chemo“) ist eine medikamentöse Therapie von Krebserkrankungen. Nun kommt eine kurze „Fortbildung“ für Sie als Betroffene, damit Sie auch bei der Chemo so ungefähr wissen, was da passiert bzw. passieren soll. Wir haben hier für Sie die unterschiedlichen Szenarien aufgeführt und erklärt, suchen Sie sich das heraus, was für Sie zutrifft oder interessant ist! So kommen Sie dem selbstbestimmten Entscheiden wieder einen Schritt näher.
Aktualisiert am 30.04.2023
Anthrazykline sind Antibiotika und wirken als Zytostatika, indem sie sich in der Erbinformation der Krebszelle festsetzen und die Topoisomerase IIα hemmen. Topoisomerase IIα ist ein Schlüsselenzym der Zellteilung. Es werden bei Brustkrebs die Substanzen Epirubicin und Doxorubicin (Adriamycin) eingesetzt. Anthrazykline werden als Infusion über die Vene verabreicht. Nebenwirkungen: Neben den typischen Nebenwirkungen einer Chemotherapie wie vorübergehenden Veränderungen der Blutbildung (Hämatotoxizität), eine dadurch ausgelöste vorübergehende Immunschwäche, Haarausfall, Schleimhauttrockenheit, Schleimhautentzündung, Übelkeit (hier gibt es inzwischen sehr gute Begleitmedikamente, so dass Übelkeit selten geworden ist!), sehr selten Erbrechen und Müdigkeit besteht beim Einsatz von Anthrazyklinen besonders das Risiko einer Herzschädigung (Kardiotoxizität). Daher erfolgt vor Beginn der Therapie eine gründliche Herzuntersuchung.
Cyclophosphamid: führt zu Einzel- und Doppelstrangbrüchen der Erbsubstanz und bewirkt so das Absterben von Zellen, wenn diese sich teilen. Es wird als Infusion verabreicht. Cyclophosphamid wird meist als Infusion über die Vene gegeben. Nebenwirkungen: Auch Cyclophosphamid hat die typischen Nebenwirkungen einer Chemotherapie wie Blutbildveränderungen (Hämatotoxizität), eine daraus resultierende vorübergehende Immunschwäche, Haarausfall, Schleimhauttrockenheit, Schleimhautentzündung, Blasensentzündung oder -reizung, Müdigkeit.
Taxane: werden aus der Rinde der Eibe gewonnen und hemmen die Zellteilung, indem sie den Spindelapparat hemmen und diesen für seine Funktion bei der Zellteilung unbrauchbar machen. Bei Brustkrebs werden die Substanzen Paclitaxel (Taxol®), Docetaxel (Taxotere®) und nab-Paclitaxel (Abraxane®) eingesetzt. Die Taxane werden als Infusion über die Vene gegeben. Typische Nebenwirkungen der Taxane sind neben den üblichen Nebenwirkungen einer Chemotherapie, wie (eher leichteren) Blutbildveränderungen (Hämatotoxizität), eher mäßiger Immunschwäche und Haarausfall, vor allem Schleimhauttrockenheit, Schleimhautentzündung, Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen (Arthralgien und Myalgien) und das Risiko einer Nervenendenschädigung (periphere Polyneuropathie, PNP). Um das Risiko einer PNP zu verringern, scheint es sinnvoll zu sein, die Hände und Füße während der Infusion der Taxane mild zu kühlen, um die Durchblutung in Fingern und Zehen und damit die dort ankommende Dosis an Chemotherapie zu verringern.
Platinderivate: Bei Brustkrebs wird Carboplatin (meist in Kombination mit einem Taxan) eingesetzt. Carboplatin vernetzt die Erbinformation der Krebszelle. Dadurch kann das Erbgut (die DNA) nicht abgelesen werden und Eiweiße (Proteine), die für das Überleben der Brustkrebszelle erforderlich sind, werden so nicht mehr hergestellt. Carboplatin wird als Infusion über die Vene gegeben. Mögliche Nebenwirkungen sind u.a. Übelkeit und Erbrechen (auch hier helfen die verbesserten Begleitmedikamente sehr gut und verhindern bei den meisten Patientinnen Übelkeit), vorübergehende Veränderungen des Blutbildes (Thrombozytopenie, Neutropenie, Anämie), seltener Schädigung der peripheren Nerven (periphere Polyneuropathie, PNP), Nierenfunktionsstörungen.

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