Glossar

 

A

Abdomen, abdominal: (lateinisch abdomen = „Bauch“) bezeichnet in der Medizin den Bauchraum, also den Bereich des Rumpfes zwischen Brustkorb und Becken. Als Adjektiv wird in z.B. radiologischen Befunden „abdominal“ verwendet.

 

 

Ablatio: Unter der Ablatio mammae verstehen wir die chirurgische Entfernung (Ablation) der Brustdrüse. Synonym werden unter Brustkrebsärzten auch die Begriffe Mastektomie oder Ablatio simplex verwendet.

 

 

Adenokarzinom: dies ist ein bösartiger Tumor, der aus der oberflächlichen Deckzellschicht (Epithel) eines Drüsengewebes hervorgegangen ist. Adenokarzinome kommen in verschiedenen Organen vor (z.B. Magen/Darm, Lunge, Niere). Auch das Mammakarzinom ist meist ein Adenokarzinom. Eine gutartige Veränderung im Bereich von Drüsengewebe wird als Adenom bezeichnet.

 

 

adjuvant: in der Medizin ist mit einer „adjuvanten Therapie“ eine unterstützend bzw. vorsorgliche Maßnahme gemeint. Bei Brustkrebs reicht z.B. die alleinige operative Entfernung für die Heilung der Erkankung meist nicht aus. Adjuvante Therapien (Medikamente wie die Antihormontherapie, eine Chemotherapie, Antikörpertherapie bzw. auch die Strahlentherapie) sollen vereinzelte Tumorzellen, die trotz der Operation im Körper verblieben sind, abtöten und so einen Rückfall verhindern. Diese Therapien sind rein vorsorglich („prophylaktisch“).

 

 

ADH (Atypische duktale Hyperplasie): Die ADH ist eine sogenannte Präkanzerose. Sie weist im Prinzip alle Merkmale eines DCIS auf, ist aber < 2mm groß. Beim Nachweis einer ADH ist das Risiko für Brustkrebs (für beide Brüste) 4-5x erhöht.

 

 

AHB (Anschluss-Heilbehandlung): Auch Rehabilitation genannt. Damit wird die nach einem Krankenhausaufenthalt oder nach einer Akuttherapie durchgeführte, Weiterbehandlung bezeichnet. In der AHB erfolgen Diagnostik, Aufklärung und Information zum Thema Brustkrebs und zu den nach der Operation, Strahlentherapie oder Chemotherapie ggf. beeinträchtigten Funktionen. Es werden Bewältigungsstrategien erlernt. Ziel ist, dass die Patientin wieder fit für ihren (auch beruflichen) Alltag wird.

 

 

Anamnese: Unter der Anamnese versteht man in der Medizin die Erfassung der Patientenvorgeschichte. Dabei sind vor allem vorausgehende Erkrankungen und eingenommene Medikamente wichtig. Es gibt aber z.B. auch die Sozialanamnese, bei der die Lebensumstände / das soziale Umfeld erfragt werden.

 

 

Anthrazykline (auch Anthracycline): werden bei Brustkrebs als Chemotherapie eingesetzt. Anthrazykline wirken antibiotisch und werden aus Bakterien gewonnen. In der Chemotherapie werden Anthrazykline als Zytostatika (Zellgifte) angewendet. Sie töten Zellen (z.B. Tumorzellen) ab, die sich häufig teilen. Zu den bei Brustkrebs eingesetzten Anthrazyklinen zählen Epirubicin und Adriamycin (Doxorubicin).

 

 

Antihormontherapie (synonym: endokrine Therapie): Unter der endokrinen oder antihormonellen Therapie (Antihormontherapie) versteht man eine medikamentöse Therapie bei hormonempfindlichem (HR-positivem) Brustkrebs. Sie ist eine äußerst wirksame und wichtige Behandlungsmöglichkeit bei Brustkrebs, die bei vielen Patientinnen das Risiko für einen Rückfall oder ein Fortschreiten der Erkrankung senken kann. Eine Antihormontherapie kann die Bildung von Östrogenen (weiblichen Geschlechtshormonen) verhindern oder die Hormonrezeptoren (HR) blockieren, so dass die Hormone nicht an der Tumorzelle andocken und sie „füttern“ können.

 

 

Antikörpertherapie: Die Antikörpertherapie bei Brustkrebs zählt zu den neueren und zielgerichteten Therapieverfahren. Sie funktioniert nach einem Schlüssel-Schloss-Mechanismus. Die Antikörper docken an Merkmale („Antennen“) an der Oberfläche der Krebszellen an. Dadurch werden gezielt Signalwege blockiert, die wichtig für das Wachstum der Tumorzellen sind. Durch die medizinisch eingesetzten Antikörper kann z.T. auch das Immunsystem aktiviert werden und so den Brustkrebs besser bekämpfen.

 

 

Aromathasehemmer (synonym: Aromataseinhibitoren, AH, AI): Aromatasehemmer sind Medikamente, die im Bereich der Antihormontherapie (endokrinen Therapie) bei Brustkrebs eingesetzt werden. Sie unterdrücken die Bildung von Östrogenen (weiblichen Geschlechtshormonen) durch das Enzym Aromatase.

 

 

Arteria mammaria interna (A. mammaria interna). Ein Blutgefäß, das hinter/neben dem Brustbein verläuft und die Brust und den Brustmuskel versorgt. Im Kontext von Brustkrebs können die der A. mammaria interna benachbarten Lymphknoten eine Rolle spielen, da Brustkrebs auch in diese streuen kann.

 

 

autolog:  bedeutet im medizinischen Sprachgebrauch "zum selben Individuum gehörig". Im Zusammenhang mit einer Brustkrebserkrankung kommt der Begriff bei den Möglichkeiten der Wiederherstellung der Brust vor: eine autologe Rekonstruktion bezeichnet die Verwendung von Eigengewebe (wie Muskel- oder Fettgewebe) beim Wiederaufbau (statt Verwendung eines Implantates = heterologe Rekonstruktion)

 

 

Axilla (Synonym: Fossa axillaris): Achselhöhle

 

 

axillär: im Bereich der Achselhöhle

 

Axilladissektion (Synonym: ALN, ALND, Axilläre Lymphknotendissektion, Axilläre Lymphonodektomie) bezeichnet die operative Entfernung der Lymphknoten der Achselhöhle.

 

 

 

B

B-Klassifikation: Die B-Klassifikation ist ein für die beim Mammographie-Screening entdeckten Veränderungen erarbeitetes System zur Einteilung von Gewebeproben aus einer Stanzbiopsie. Radiologisch unklare oder verdächtige Befunde werden im Rahmen der B-Klassifikation in die Gruppen B1 bis B5 eingeteilt. Sie bestimmt das weitere Vorgehen.

B1-a Gewebe nicht verwertbar

B1-b nur Normalgewebe

B2 gutartig

B3 gutartig, aber mit unsicherem biologischen Verhalten (muss weiter abgeklärt werden, meist durch eine Operation)

B4 Verdacht auf bösartige Veränderung, aber nicht sicher bösartig

B5 bösartiger Tumor (DCIS, invasives Karzinom, Sarkom, Lymphom etc.), behandlungsbedürftig

 

 

BET (Brusterhaltende Therapie): Die Brust kann bei der Brustkrebs-Operation erhalten bleiben. Im Gegensatz zur Entfernung der Brustdrüse (Ablatio mammae)

 

 

Biopsie (auch Stanzbiopsie): eine Gewebeprobe zur weiteren Untersuchung z.B. durch den Pathologen, der festlegt, ob es sich um gutartiges oder bösartiges Gewebe handelt, welche Eigenschaften dieses Gewebe hat usw.

 

 

BI-RADS (Breast Imaging Reporting and Data System): BI-RADS ist eine vom amerikanischen Röntgenverband (ACR, American College of Radiology) entwickelte Einteilung zur Beurteilung von Mammographien. Dabei bedeutet:

0: unvollständige Untersuchung, weitere Bildgebung notwendig

1: unauffälliger Befund (alles in Ordnung, gar keine Veränderung zu sehen)

2: gutartiger Befund (also eine harmlose Veränderung in der Brust)

3: vermutlich gutartiger Befund (Wahrscheinlichkeit, dass der Befund bösartig ist, liegt < 2 %), es sollte eine Kontrolluntersuchung innerhalb von 6 Monaten erfolgen

4: verdächtig: Biopsie empfohlen

5: sehr verdächtig: (Karzinomwahrscheinlichkeit > 95 %), es sollte eine Biopsie erfolgen

6: Biopsie erfolgt, Bösartigkeit wurde nachgewiesen

 

 

BRCA (Breast Cancer Gene = Brustkrebsgen): BRCA 1 und BRCA2 sind zwei so genannte Tumorsuppressorgene. Normalerweise helfen sie Schäden am Erbgut zu reparieren und verhindern somit die Entstehung von Krebs. Jede Frau hat BRCA-Gene. Wenn diese aber verändert sind, also eine Mutation haben, dann funktioniert der Reparaturmechanismus nicht und das Risiko an Brust- und Eierstockkrebs zu erkranken ist deutlich erhöht.

 

 

 

C

Carboplatin: ist ein Medikament aus der Gruppe der Chemotherapien (Zytostatika). Bei Krebszellen vernetzt Carboplatin die Erbinformation (DNA-Stränge). Dadurch stirbt die Zelle ab.

 

 

caudal (synonym: kaudal): Lagebezeichnung. „Cauda“ ist lateinisch und bedeutet Schwanz. Die Lagebezeichnung „caudal“ bedeutet, dass die beschriebene Veränderung weiter unten (fußwärts) liegt.

 

 

CDK4/6 Hemmer: Die CDK4/6-Hemmer Palbociclib (Ibrance), Ribociclib (Kisqali), Abemaciclib (Verzenios) zählen zu den zielgerichteten Medikamenten, die bei Brustkrebs eingesetzt werden. Sie greifen im Zellzyklus der Krebszelle ein und blockieren die zyklinabhängigen Kinasen 4 und 6. Diese Enzyme regen im Zusammenspiel mit Cyclin D1 die Zellteilung an. Vor allem das Wachstum und die Teilung hormonempfindlicher (ER-positiver, PR-positiver) Brustkrebszellen hängt von diesen Enzymen ab. Die meisten gesunden Zellen bleiben verschont, weil dies für sie nicht gilt. Die CDK4/6 Inhibitoren werden in Kombination mit einer Antihormontherapie eingesetzt. Die Wirkung der Antihormontherapie wird dadurch deutlich verbessert, Resistenzen werden verhindert.

 

 

Chemotherapie: Unter einer Chemotherapie (auch: zytostatischer Therapie) versteht man eine medikamentöse Therapie von Krebserkrankungen. Vom medizinischen Personal wird der Name umgangssprachlich oft als „Chemo“ abgekürzt. Chemotherapie-Medikamente ("Zytostatika") hemmen die Teilung und Vermehrung der Tumorzellen. So wird das Wachstum von Tumoren gebremst oder gestoppt.

 

 

Clavicula: das Schlüsselbein

 

 

clavikular: das Schlüsselbein betreffend oder zum Schlüsselbein gehörend

 

 

Clipmarkierung: Um das „Tumorbett“ jederzeit wieder zu finden, wird der Tumor vor Beginn einer Therapie (Chemotherapie) oft mit einem Titan-Clip markiert. So weiß man auch, wenn der Tumor durch eine neoadjuvante Chemotherapie komplett verschwinden sollte, welcher Bereich bei der Operation entfernt werden sollte.

 

 

cN: ein „c“ vor den Buchstaben der Tumorklassifikation (T, N, M) bedeutet, dass die Abschätzung der Größe bzw. ob Lymphknoten auffällig sind, klinisch (c wie clinical) erfolgt ist. Also durch Tastuntersuchung, Ultraschall, Mammographie etc. und nicht durch eine Untersuchung des Gewebes unter dem Mikroskop (wenn eine pathologische Untersuchung nach einer Operation erfolgt ist, wird der Buchstabe „p“ wie pathological verwendet)

 

 

Computertomographie (CT): Bei einer Computertomographie wird der Körper in einer Röhre mit Röntgenstrahlen Schicht für Schicht durchleuchtet. Bei Brustkrebs wird ein CT durchgeführt, um z.B. Lunge, Leber und Knochen zu untersuchen und Metastasen in diesen Organen auszuschließen.

 

 

cranial (synonym: kranial): Lagebezeichnung. „Cranium“ ist lateinisch und bedeutet Schädel. Die Lagebezeichnung „cranial“ bedeutet, dass die beschriebene Veränderung weiter oben (kopfwärts) liegt.

 

 

cT: ein „c“ vor den Buchstaben der Tumorklassifikation (T, N, M) bedeutet, dass die Abschätzung der Größe bzw. ob Lymphknoten auffällig sind, klinisch (c wie clinical) erfolgt ist. Also durch Tastuntersuchung, Ultraschall, Mammographie etc. und nicht durch eine Untersuchung des Gewebes unter dem Mikroskop (wenn eine pathologische Untersuchung nach einer Operation erfolgt ist, wird der Buchstabe „p“ wie pathological verwendet)

 

 

Cyclophosphamid: Cyclophosphamid ist ein Chemotherapeutikum (Zytostatikum) aus der Gruppe der Alkylanzien, das zur Behandlung von Tumorerkrankungen eingesetzt wird.

 

 

 

D

dorsal: Lagebezeichnung. Dorsum ist lateinisch und bedeutet Rücken. Ein Tumor, der in der Brust eher „dorsal“ liegt, befindet sich im zum Rücken weisenden Bereich der Brustdrüse.

 

 

dosisdicht (synonym: q14d, q2w, dd, dosisintensiviert): der Begriff „dosisdicht“ bezieht sich auf die Abstände zwischen zwei Chemotherapie-Zyklen EC/AC. Während früher die Zyklen alle drei Wochen verabreicht wurden, wird dieser Abstand zunehmend auf zwei Wochen verkürzt, um eine höhere Wirkung der Chemotherapie zu erzielen. Bei dosisdichten Chemotherapien muss das Immunsystem, das keine ausreichende Zeit zur spontanen Erholung hat, mit Spritzen (G-CSF) unterstützt werden, die die Bildung von weißen Blutkörperchen anregen.

 

 

Doxorubicin (Handelsname: Adriamycin): Doxorubicin ist ein Chemotherapie-Medikament aus der Gruppe der Anthrazykline.

 

 

duktal (synonym: ductal): „Ductus“ ist lateinisch und bedeutet „Gang“. Ein invasiv-duktales Mammakarzinom geht von den Milchgängen aus. Inzwischen werden diese Tumortypen aber eher als NST bezeichnet.

 

 

 
E

Endokrine Therapie (synonym: Antihormontherapie): Unter der endokrinen oder antihormonellen Therapie (Antihormontherapie) versteht man eine medikamentöse Therapie bei hormonempfindlichem (HR-positivem) Brustkrebs. Sie ist eine äußerst wirksame und wichtige Behandlungsmöglichkeit bei Brustkrebs, die bei vielen Patientinnen das Risiko für einen Rückfall oder ein Fortschreiten der Erkrankung senken kann. Eine

Antihormontherapie kann die Bildung von Östrogenen (weiblichen Geschlechtshormonen) verhindern oder die Hormonrezeptoren (HR) blockieren, so dass die Hormone nicht an der Tumorzelle andocken und sie „füttern“ können.

 

 

Epikrise: Unter einer Epikrise versteht man in der Medizin eine ausführliche Beschreibung und Beurteilung, also im weiteren Sinne einen ausführlichen Arztbericht.

 

 

Epirubicin: Epirubicin ist ein Chemotherapie-Medikament aus der Gruppe der Anthrazykline.

 

 

Epithel: Das Epithel ist das sogenannte Deck- und Drüsengewebe beim Menschen. Es bedeckt die inneren und äußeren Körperoberflächen. Epithelschichten findet man also z.B. im Bereich der Haut, in Blutgefäßen, in Magen und Darm und eben auch in den Drüsengängen der Brust. Adjektiv: epithelial.

 

 

ER: Abkürzung für Östrogenrezeptor[pw1]  (engl.: estrogen receptor). Die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron können an die Hormonrezeptoren (HR) Östrogenrezeptor (ER) und Progestronrezeptor (PR) binden, die wie „Antennen“ an der Oberfläche von hormonempfindlichen Brustkrebszellen sitzen. Durch das Andocken von Östrogen an den Östrogenrezeptor (ER) wird u.a. das Wachstum einer Brustkrebszelle angeregt. Sie können sich Östrogen wie „Nahrung“ für ER-positive Brustkrebszellen vorstellen. Die Antihormontherapie (endokrine Therapie) verhindert genau diesen Mechanismus.

 

 

 

F

Fernmetastase (synonym: distante Metastasierung): Unter Fernmetastasen versteht man die Streuung von Krebszellen aus der Brust (also vom so genannten Primärtumor) in andere Organe wie Lunge, Leber oder Knochen. Eine Streuung in Lymphknoten der gleichseitigen Achselhöhle wird nicht als Fernmetastasierung bezeichnet.

 

 

Flache epitheliale Atypie (FEA): Die FEA wird heute zunehmend als Vorstufe oder frühes Warnzeichen für ein DCIS (welches wiederum die Vorstufe von Brustkrebs ist) betrachtet.

 

 

 

G

Genexpressionsprofile (Synonym: Gensignaturen, Genprofile): Genexpressionsprofile von Tumoren ermöglichen die molekularbiologische Untersuchung von Brustkrebs auf genetischer Ebene. Es wird am Tumorgewebe geschaut, welche Gene aktiviert (angeschaltet) oder eher inaktiv sind. Die Genaktivität regelt wiederum die Unter- bzw. Überproduktion (Expression) verschiedener Eiweiße in der Zelle. So kann man Brustkrebs in verschiedene Unterformen (Subtypen) einteilen, die unterschiedlich behandelt werden sollten und ein unterschiedliches Rückfallrisiko haben. Testverfahren sind z.B. der Oncotype-DX-Test, der MammaPrint-Test und der EndoPredict Test.

 

GnRH (Gonadotropin Releasing Hormone): ein Steuerungshormon, das in der Hirnanhangsdrüse gebildet wird und z.B. bewirkt, dass die Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron in den Eierstöcken gebildet werden. Eine Blockade dieses Mechanismus durch sogenannte GnRH-Analoga (GnRHa) bewirkt eine Art Stillstand der Eierstöcke, also künstliche Wechseljahre.

 

 

Grading (G): Brustkrebszellen sind entartete „normale“ Brustdrüsenzellen. Sie sind aber so verändert (differenziert), dass sie sich schneller teilen und so der Tumor wächst und wächst. Das Grading beschreibt die Unterschiedlichkeit der Tumorzellen vom gesunden Ursprungsgewebe. Dies drückt den Grad der Bösartigkeit eines Tumors aus.

Beim Grading unterscheidet man drei Stufen: je höher das Grading, desto mehr weicht das Tumorgewebe vom normalen Brustdrüsengewebe ab. 
G1 = hoch/gut differenziert (den „gesunden“ Zellen noch relativ ähnlich und
        wenig aggressiv im Wachstum, eher langsam wachsend) 
G2 = mäßig/mittelgradig differenziert
G3 = niedrig/wenig differenziert oder auch „entdifferenziert“ (stark entartet und schnell wachsend)

 

 

Gray (Gy): in Gray wird die Bestrahlungsstärke gemessen. Bei Brustkrebs sind zwischen 20 und 70 Gray üblich.

 

 

 

H

HER2 (Synonyme: HER2/neu, ERBB2, erb-B2) Abkürzung für human epidermal growth factor receptor 2. HER2 gehört zur Familie der epidermalen Wachstumsfaktorrezeptoren (EGF-Rezeptor). Der HER2-Rezeptor ist eine Bindungsstelle für Wachstumsfaktoren, die die Brustkrebszelle zur Teilung, zum Wachstum und auch zur Streuung anregen. Tumoren, die auf ihrer Zelloberfläche besonders viele HER2-Rezeptoren haben (HER2-positiv), sind oft aggressiver als HER2-negative Tumoren. Dieser Nachteil kann aber durch zielgerichtete Therapien, die den HER2-Rezeptor blockieren (gegen HER2 gerichtete Antikörpertherapien), ausgeglichen werden.

 

 

Histologie: Der Begriff Histologie bezeichnet die Wissenschaft, die sich mit Geweben, ihrer Zusammensetzung (Zelltypen) und anderen mikroskopischen Aspekten beschäftigt.

 

 

HR (Hormonrezeptor-Status): So wird in einigen Zentren der Hormonrezeptor-Status abgekürzt. Das ist eine Zusammenfassung des ER- und PR-Status, sagt also etwas über die Hormonempfindlichkeit eines Tumors aus. Die Hormone Östrogen und Progesteron können hormonempfindliche Brustkrebszellen zum Wachsen anregen. Sie können sich die Hormone wie „Nahrung“ für diese Tumorzellen vorstellen. Die Hormone binden an die Hormonrezeptoren ER und PR, die wie Antennen an der Oberfläche hormonempfindlicher Brustkrebszellen sitzen. Dadurch werden dann z.B. Wachstumssignale in das Innere der Zelle weitergeleitet. HR-negativ bedeutet, dass Brustkrebszellen ER-negativ und PR-negativ und somit nicht hormonempfindlich sind. Umgekehrt bedeutet HR-positiv, dass Brustkrebszellen ER-positiv und PR-positiv, also hormonempfindlich sind. Bei hormonempfindlichen (HR-positiven) Tumoren ist eine Antihormontherapie (endokrine Therapie) wirksam. Für die Höhe der Hormonempfindlichkeit (HR-Expression) von Brustkrebszellen gilt die folgende Einteilung:

-       nicht hormonempfindlich (0% der Zellen mit ER oder PR, also: HR-negativ)

-       fraglich hormonempfindlich (1–9 % der Zellen mit ER oder PR, also: HR schwach positiv)

-       hormonempfindlich (>10% der Zellen mit ER oder PR, also: HR-positiv)

 

 

 

I

Immunhistochemie (synonym: IHC, Immunhistologie): bei der Immunhistochemie werden Gewebe bzw. Zellen durch (Antikörper-)Färbungen genauer untersucht. Technisch betrachtet wird das Tumorgewebe mit Antikörpern behandelt, die an Oberflächenstrukturen andocken und diese durch Färbung sichtbar machen. Bei Brustkrebs typische immunhistochemische Untersuchungen sind die der ER-Expression, PR-Expression und HER2-Expression.

 

 

Immuntherapie: Das Immunsystem wird durch verschiedene Kontrollpunkte (Checkpoints) reguliert, um gezielte Immunantworten zu ermöglichen, aber eine Überreaktion des Körpers zu vermeiden. Der Checkpoint PD-L1 sitzt an der Oberfläche von Zellen und signalisiert dem Immunsystem, dass keine Gefahr mehr besteht. Die T-Zellen der Immunabwehr werden durch PD-L1 ausgeschaltet.

Diesen Mechanismus machen sich die Immunzellen bei Brustkrebs zunutze. Sie bilden an ihrer Oberfläche ebenfalls PD-L1 und tun einfach so, als ob der Tumor harmlos wären. Dadurch können sie das Immunsystem täuschen und ausschalten.

Die Immuntherapie-Medikamente bei Brustkrebs erkennen das Oberflächenmerkmal PD-L1, binden daran und blockieren diesen Checkpoint. Daher spricht man auch von Checkpoint-Inhibitoren. Durch die Hemmung von PD-L1 können die Immunzellen im Tumorgewebe dem Immunsystem keine falschen Informationen mehr signalisieren. Die T-Zellen werden wieder aktiviert und können die Brustkrebszellen gezielt angreifen. Die Immunantwort des Körpers auf den Tumor wird wieder möglich.

Nicht jeder Brustkrebs hat PD-L1 als Angriffspunkt: Bei etwas 40% der Mammakarzinome finden sich > 1% Immunzellen mit Nachweis von PD-L1. Nur bei diesen PD-L1 positiven Tumoren ist der Einsatz der Immuntherapie Atezolizumab (Handelsname: Tecentriq) nach heutigem Kenntnisstand sinnvoll.

 

 

Invasiv: Der Begriff „invasiv“ wird bei bösartigen Tumorerkrankungen verwendet. Er bezeichnet das Eindringen des Tumors in das umgebende Gewebe, so dass Krebszellen auch in Blut- und Lymphgefäße eindringen und in andere Organe gelangen und dort Metastasen bilden können.

 

 

 

K

Kardiotoxizität: Einige Medikamente wie z.B. die Anthrazykline und gegen Her2 gerichtete Medikamente, können unter Umständen das Herz schädigen, also kardiotoxisch wirken. Dies kann zu einer Schwächung der Herzfunktion (Herzinsuffizienz) führen.

 

Karzinom: Der Begriff „Karzinom“ bezeichnet einen bösartigen (malignen) Tumor, der aus einem Epithel entstanden ist. Ca. 80% aller bösartigen Tumore sind Karzinome.

 

 

kaudal (synonym: caudal): Lagebezeichnung. „Cauda“ ist lateinisch und bedeutet Schwanz. Die Lagebezeichnung „kaudal“ bedeutet, dass die beschriebene Veränderung weiter unten (fußwärts) liegt.

 

 

Kernspin-Tomographie (MRT): Die Kernspin-Tomographie oder auch Magnetresonanz-Tomographie ist ein radiologisches Untersuchungsverfahren, bei dem mittels Magnetfeldern Schichtbildaufnahmen des Körpers gemacht werden. Bei einer MRT wird nicht mit Röntgenstrahlen gearbeitet.

 

 

Ki67 (Synonym: MIB1): Dieser Marker beschreibt das Wachstumsverhalten von Krebszellen genauer und wird als Ergänzung des Gradings gesehen. Vor allem bei Tumoren, die als „G2“ eingestuft werden, wird das Ki67 hinzugezogen, um besser abschätzen zu können, ob der Tumor eher langsam oder eher schnell wachsend bzw. weniger oder mehr aggressiv ist. In den meisten Zentren wird ein Ki67 von 20 als Grenzwert angesehen. Ist eine große Menge Ki67 in den Brustkrebszellen nachweisbar (Ki67 > 20) sind dies schneller wachsende Tumoren. Ist das Ki-67 niedrig, so wachsen die Krebszellen langsamer.

 

 

kranial: (synonym: cranial): Lagebezeichnung. „Cranium“ ist lateinisch und bedeutet Schädel. Die Lagebezeichnung „kranial“ bedeutet, dass die beschriebene Veränderung weiter oben (kopfwärts) liegt.

 

 

 

L

lateral: bedeutet "seitlich"

 

Level 1-3: Die Achselhöhle wird anatomisch in verschiedene Etagen (Level) eingeteilt. Dies ist z.B. bei der Beschreibung der Lage auffälliger Lymphknoten und auch bei der Operation wichtig.

-       Level 1 und 2 beschreiben Lymphknoten im unteren Anteil der Achselhöhle, die für Brusterkrankungen wichtig sind (anatomisch orientiert der Arzt sich am kleinen Brustmuskel)

-       Level 3 liegt bereits oberhalb der eigentlichen Achselhöhle

 

LIN (Lobuläre Intraepitheliale Neoplasie): veränderte Zellen in den Drüsenläppchen. Unter einer LIN versteht man eine Gruppe von Veränderungen des Brustgewebes Das 10-Jahresrisiko, dass ein Karzinom in der Folge auftritt, liegt laut Studien bei < 10%. Um sicher zu gehen, wird, wenn in einer Stanzbiopsie eine LIN nachgewiesen wird, meist zur operativen Entfernung (offenen Exzision) geraten.

 

lobulär: bezeichnet im Zusammenhang mit Brustkrebs einen von den Brustdrüsen-Läppchen (lateinisch: lobulus) ausgehenden Tumor; etwa 15-18% aller Brustkrebspatientinnen erkranken an dieser Form von Brustkrebs.

 

luminal A: Luminal A-like Tumoren sind die am häufigsten vorkommenden Mammakarzinome. Diese Einteilung berücksichtigt biologische Eigenschaften bei Brustkrebs. Luminal A-Tumore ähneln dem normalen Brustgewebe und sind typischerweise ER-positiv, PR-positiv, HER2-negativ und haben ein niedriges Ki67. Sie sind sehr hormonempfindlich, haben eine sehr gute Prognose und sprechen (weil sie sich nicht so schnell teilen) eher nicht so gut auf eine Chemotherapie an.

 

 

luminal B: Luminal B-like Tumoren haben Bindungsstellen für Hormone (ER-positiv und PR-positiv), im Vergleich zu Luminal A-Tumoren teilen sich die Zellen aber schneller (das Ki67 ist hoch). HER2 kann bei Luminal B-Tumoren positiv oder negativ sein.

 

 

L: Klassifikation für Lymphangiosis carcinomatosa (s.u.)

 

 

Lymphangiosis carcinomatosa (L): Als Lymphangiosis carcinomatosa wird der Nachweis von Krebszellen in den Lymphgefäßen beschrieben. Der Pathologe beschreibt dies unter dem Mikroskop und vergibt das Kürzel „L1“. L0 bedeutet, dass keine Krebszellen in Lymphgefäßen zu finden sind.

 

 

 

M

M: bei der Tumorklassifikation TNM bezeichnet der Buchstabe M das Vorhandensein von Fernmetastasen:

M0  keine Fernmetastasen vorhanden

M1  Fernmetastasen nachgewiesen

 

 

Magnetresonanz-Tomographie (MRT): Die Magnetresonanz-Tomographie oder auch Kernspin-Tomographie ist ein radiologisches Untersuchungsverfahren, bei dem mittels Magnetfeldern Schichtbildaufnahmen des Körpers gemacht werden. Bei einer MRT wird nicht mit Röntgenstrahlen gearbeitet.

 

 

Makroskopie: der Teil der pathologischen Untersuchung ohne Mikroskop: Betrachtung und Beurteilung „mit dem bloßen Auge“

 

 

maligne: bösartig, maligne Zellen sind „Krebszellen“

 

 

Mamille: Brustwarze

 

 

Mastektomie (Synonym Ablatio mammae): Unter der Mastektomie (oder Ablatio mammae) verstehen wir die chirurgische Entfernung (Ablation) der Brustdrüse. Die Begriffe Mastektomie oder Ablatio simplex werden unter Brustkrebsärzten synonym verwendet.

 

 

medial: Lagebezeichnung, bedeutet "zur Körpermitte hin orientiert"

 

 

Metastasen: siehe auch „Fernmetastasen“

 

 

Mikroskopie: der Teil der pathologischen Untersuchung, bei dem das Gewebe unter dem Mikroskop betrachtet wird

 

 

Mitosen: Die Mitose ist die Phase im Zellzyklus, bei welcher sich die Zelle teilt. Je größer die Zahl der Zellteilungen (also je höher die Zahl der Mitosen in einem Tumor), desto schneller / aggressiver wächst der Tumor

 

 

mTOR Inhibitoren: mTOR Inhibitoren zählen zu den zielgerichteten Medikamenten, die bei Brustkrebs eingesetzt werden.  Sie wirken durch eine Hemmung von mTOR. Dadurch wird z.B. Wachstum, Ernährung und Blutgefäßbildung und -versorgung von hormonempfindlichen Brustkrebszellen verringert. Das Medikament Everolimus (Afinitor) wird in Kombination mit einer Antihormontherapie beim metastasierten Brustkrebs eingesetzt. Die Wirkung der Antihormontherapie wird dadurch deutlich verbessert, Resistenzen werden verhindert.

 

 

 

N

neoadjuvant (neoadjuvante Therapie, NACT): synonym: primär-systemische Therapie (PST); bei der neoadjuvanten oder primär-systemischen Therapie wird die medikamentöse Therapie (Chemotherapie, Antikörpertherapie, Antihormontherapie) vor der Operation durchgeführt, also vorgezogen. Dadurch kann die Tumorgröße vor der Operation verkleinert werden und eine bessere Operabilität erreicht werden. Ein weiterer Vorteil dieser Reihenfolge ist, dass man am Tumor beobachten kann, ob die Medikamente auch wirklich wirken (in vivo Sensibilitätstestung).

 

 

 

O

Onkologie: Die Onkologie ist der Teil der Medizin, der sich mit der Behandlung von Tumorerkrankungen befasst.

 

 

ossär: den Knochen betreffend; z.B. „ossäre Metastasen“ = Knochenmetastasen; „ossäre Manifestationen“ = Veränderungen am Knochen

 

 

 

P

Paclitaxel: Paclitaxel ist ein Chemotherapie-Medikament aus der Gruppe der Taxane

 

 

palpabel: tastbar

 

 

Palpation: die Tastuntersuchung (z.B. der Brust)

 

 

pathologisch: bedeutet "krankhaft", die Pathologie betreffend

 

 

PD-L1: Das Immunsystem wird durch verschiedene Kontrollpunkte (Checkpoints) reguliert, um gezielte Immunantworten zu ermöglichen, aber eine Überreaktion des Körpers zu vermeiden. Der Checkpoint PD-L1 sitzt an der Oberfläche von Zellen und signalisiert dem Immunsystem, dass keine Gefahr mehr besteht. Die T-Zellen der Immunabwehr werden durch PD-L1 ausgeschaltet.

Diesen Mechanismus machen sich die Immunzellen bei Brustkrebs zunutze. Sie bilden an ihrer Oberfläche ebenfalls PD-L1 und tun einfach so, als ob der Tumor harmlos wären. Dadurch können sie das Immunsystem täuschen und ausschalten.

Die Immuntherapie-Medikamente bei Brustkrebs erkennen das Oberflächenmerkmal PD-L1, binden daran und blockieren diesen Checkpoint. Daher spricht man auch von Checkpoint-Inhibitoren. Durch die Hemmung von PD-L1 können die Immunzellen im Tumorgewebe dem Immunsystem keine falschen Informationen mehr signalisieren. Die T-Zellen werden wieder aktiviert und können die Brustkrebszellen gezielt angreifen. Die Immunantwort des Körpers auf den Tumor wird wieder möglich.

Nicht jeder Brustkrebs hat PD-L1 als Angriffspunkt: Bei etwas 40% der Mammakarzinome finden sich > 1% Immunzellen mit Nachweis von PD-L1. Nur bei diesen PD-L1 positiven Tumoren ist der Einsatz der Immuntherapie Atezolizumab (Handelsname: Tecentriq) nach heutigem Kenntnisstand sinnvoll.

 

 

perimamillär: Lagebezeichnung (peri = um … herum; Mamille = Brustwarze), „um die Brustwarze herum“

 

 

perimenopausal: in den Wechseljahren (vereinfacht: Sie haben noch eine (meist) unregelmäßige Regelblutung. Bei Brustkrebs-Therapieentscheidungen werden perimenopausale Frauen sicherheitshalber der Gruppe der prämenopausalen Frauen zugeordnet. Bei einigen Antihormontherapien (wie Aromatasehemmern und Fulvestrant) ist es nämlich sehr wichtig, dass die Eierstöcke wirklich funktionslos sind und nicht mehr aktiviert werden können.

 

 

Positronen-Emissions-Tomografie (PET): Die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) ist eine nuklearmedizinische Untersuchung. Meist wird sie in Kombination mit einem CT (Computer-Tomographie) durchgeführt. Ein PET-CT erzeugt Schnittbilder und macht gleichzeitig Stoffwechselvorgänge sichtbar, indem es die Verteilung einer schwach radioaktiv markierten Substanz im Organismus sichtbar macht. So kann man Gewebe besser einschätzen. Dies hilft z.B. bei der Suche nach Metastasen, bei der Unterscheidung zwischen Narben und Tumorgewebe.

 

 

Photonenstrahlen: Photonenstrahlung, zu der auch Röntgen- und Gammastrahlen zählen, ist eine Form der medizinischen Bestrahlung. Sie wird meist bei tiefer liegenden Tumoren eingesetzt.

 

 

PIK3CA: Eine PIK3CA-Mutation bewirkt ein schnelleres Wachstum von Krebszellen und eine schlechteren Krankheitsverlauf. Ob bei Ihrem Tumor eine PIK3CA-Mutation vorliegt, kann an Gewebeproben untersucht werden. Wenn bei Ihnen eine PIK3CA-Mutation nachgewiesen wird, kann eine Kombinationstherapie aus Fulvestrant[pw2]  mit dem PIK3CA Hemmer Alpelisib durchgeführt werden.

 

 

pN: ein „p“ vor den Buchstaben der Tumorklassifikation (T, N, M) bedeutet, dass die Abschätzung der Größe bzw. ob Lymphknoten auffällig sind, pathologisch (p wie pathological) erfolgt ist. Also durch eine pathologische Untersuchung nach einer Operation. Wenn die Untersuchung bislang nur klinisch, also z.B. durch eine Tastuntersuchung, Ultraschall, Mammographie etc. erfolgt ist, wird der Buchstabe „c“ wie clinical verwendet.

 

 

Port: Ein Portkatheter (kurz: Port) ermöglicht eine sichere und bequeme Gabe der Chemotherapie bzw. von Infusionen. Der Port bietet einen unter der Haut versteckten dauerhaften Zugang zum venösen Blutkreislauf. Er wird in der Grube unterhalb des Schlüsselbeins unter der Haut im Unterhautfettgewebe versteckt eingepflanzt. Ein Port besteht aus einer kleinen Kammer mit einer dicken Silikonmembran, an die ein

Schlauch (Katheter) angeschlossen ist, der in eine große Vene eingeführt wird. Dadurch werden die Medikamente sofort bei der Infusion verdünnt und können die Venenwände nicht schädigen.

 

 

Portimplantation: kleiner operativer Eingriff, bei dem der Port eingesetzt wird

 

 

Portexplantation: kleiner operativer Eingriff, bei dem der Port entfernt wird

 

 

postmenopausal: nach den Wechseljahren (vereinfacht: Sie haben seit einem Jahr keine Regelblutung mehr)

 

 

PR (auch PgR): Abkürzung für Progesteronrezeptor

 

 

prämenopausal: vor den Wechseljahren (vereinfacht: Sie haben noch eine (mehr oder weniger) regelmäßige Regelblutung; die letzte Regelblutung war innerhalb eines Jahres vor der Brustkrebsdiagnosestellung)

 

 

Präparateradiographie: Bei manchen Operationen (v.a. wenn der Tumor / ein DCIS nicht tastbar und nur durch eine Mammographie darzustellen ist) wird während der Operation das entnommene Gewebe geröntgt, um sicher zu stellen, dass der Tumor komplett und mit Sicherheitsabstand entfernt wurde.

 

 

primär-systemische Therapie (PST): synonym: neoadjuvante Therapie (NACT); bei der neoadjuvanten oder primär-systemischen Therapie wird die medikamentöse Therapie (Chemotherapie, Antikörpertherapie, Antihormontherapie) vor der Operation durchgeführt, also vorgezogen. Dadurch kann die Tumorgröße vor der Operation verkleinert werden und eine bessere Operabilität erreicht werden. Ein weiterer Vorteil dieser Reihenfolge ist, dass man am Tumor beobachten kann, ob die Medikamente auch wirklich wirken (in vivo Sensibilitätstestung).

 

 

Primärtumor: bezeichnet im Fall von Brustkrebs den Tumor in der Brust

 

 

pT: ein „p“ vor den Buchstaben der Tumorklassifikation (T, N, M) bedeutet, dass die Abschätzung der Größe bzw. ob Lymphknoten auffällig sind, pathologisch (p wie pathological) erfolgt ist. Also durch eine pathologische Untersuchung nach einer Operation. Wenn die Untersuchung bislang nur klinisch, also z.B. durch eine Tastuntersuchung, Ultraschall, Mammographie etc. erfolgt ist, wird der Buchstabe „c“ wie clinical verwendet.

 

 

pulmonal: die Lunge betreffend

 

 

pulmonale Metastasen: Lungenmetastasen

 

 

Punktion: bezeichnet die Entnahme von Flüssigkeit, Gewebe aus einer Körperhöhle mit einer Hohlnadel (bei Brustkrebs wird z.B. der Knoten in der Brust punktiert; aber auch das „Anstechen“ des Ports mit einer Portnadel bezeichnet man als „Punktion“)

 

 

 

R

r: ein vorgestelltes „r“ vor den Buchstaben der Tumorklassifikation (rpT, rpN) bedeutet, dass es sich um ein Rezidiv handelt. Das heißt, der Tumor ist wieder gekommen.

 

 

R0-Resektion: bezeichnet in der Tumorklassifikation die vollständige Entfernung des Tumors

 

 

R1-Resektion: bezeichnet in der Tumorklassifikation eine Situation, bei der der Tumor nicht sicher vollständig entfernt wurde

 

 

R2-Resektion: bezeichnet in der Tumorklassifikation die unvollständige Entfernung des Tumors, d.h. Tumorreste sind nachweislich im Körper verblieben

 

 

Radiologie: der Teil der Medizin, der sich mit der Bildgebung (z.B. Röntgen, Ultraschall, MRT) zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken befasst

 

 

Rezidiv: ein Rezidiv bezeichnet das Wiederauftreten einer Erkrankung; also wenn der Brustkrebs nach abgeschlossener Behandlung wiederkommt

 

 

 

S

Sonographie (Synonym: Sonografie, Sono, Ultraschall): bei der Sonographie wird das Brustgewebe mit Hilfe von Ultraschallwellen untersucht. Die Ultraschallwellen werden dabei von Geweben mit unterschiedlicher Dichte unterschiedlich “geschluckt” oder reflektiert. Auf dem Ultraschallbild sehen Flüssigkeiten (z.B. Zysten) somit schwarz aus, weil die Schallwellen sie einfach durchqueren könne, während Knochen, die die Wellen zurückwerfen, weiß erscheinen. Andere Gewebe erscheinen je nach Dichte in verschiedenen Graustufen. So können Gewebe besser eingeschätzt werden. Der Ultraschall ist eine hilfreiche Zusatzuntersuchung zu Mammographie und Tastuntersuchung. Gerade bei jungen Frauen mit dichtem Brustdrüsengewebe, bei denen die Mammographie oft schwer beurteilbar ist, kann der Ultraschall zusätzliche Aussagen treffen.

 

 

Stanzbiopsie: Eine Probe wird aus dem Tumor entnommen und untersucht. Ziel dieses Tests ist es die biologischen Eigenschaften Ihres Tumors (z.B. wie schnell er wächst, ob er hormonempfindlich ist, ob es Angriffsziele für spezielle Therapien gibt) herauszufinden. Die umfangreichen Labor-Untersuchungen können dabei aufgrund der Arbeitsschritte im Labor einige Tage dauern.

 

 

 

T

T: im Rahmen der TNM-Klassifikation bezeichnet T die Größe des Tumors in seiner größten Ausdehnung:

Tis: Vorstufe von Brustkrebs; Duktales oder lobuläres Carcinoma in situ oder Morbus Paget der Mamille ohne nachweisbaren Tumor

  • T1: Tumorgröße £ 2 cm
    • T1a: 0,1 - 0,5 cm
    • T1b: 0,6 - 1 cm
    • T1c: 1,1 - 2 cm
  • T2: Tumorgröße 2,1 - 5 cm
  • T3: Tumorgröße > 5 cm
  • T4: Tumor jeder Größe mit direkter Ausdehnung auf die Brustwand oder Haut
    • T4a – die Brustwand ist mit befallen
    • T4b – die Haut ist mitbefallen
    • T4c – Haut und Brustwand sind befallen
    • T4d - Inflammatorisches Mammakarzinom (Sonderform)
  • TX : Primärtumor kann nicht beurteilt werden

 

 

TNBC: Abkürzung für triple negative breast cancer. Das bedeutet, dass die Brustkrebszelle weder HER2 noch ER oder PR an ihrer Oberfläche aufweist. In Ihren Berichten steht bei einem triple-negativen Brustkrebs „HER2-negativ, ER-negativ und PR-negativ“. Gegen HER2 gerichtete Therapien oder eine Antihormontherapie sind bei diesen Tumoren nicht wirksam; sie haben kein Therapieziel an der Tumorzelle.

 

 

 

U

Ultraschall (synonym: Sonographie, Sonografie, Sono): Beim Brustultraschall wird das Brustgewebe mit Hilfe von Ultraschallwellen untersucht. Die Ultraschallwellen werden dabei von Geweben mit unterschiedlicher Dichte unterschiedlich “geschluckt” oder reflektiert. Auf dem Ultraschallbild sehen Flüssigkeiten (z.B. Zysten) somit schwarz aus, weil die Schallwellen sie einfach durchqueren könne, während Knochen, die die Wellen zurückwerfen, weiß erscheinen. Andere Gewebe erscheinen je nach Dichte in verschiedenen Graustufen. So können Gewebe besser eingeschätzt werden. Der Ultraschall ist eine hilfreiche Zusatzuntersuchung zu Mammographie und Tastuntersuchung. Gerade bei jungen Frauen mit dichtem Brustdrüsengewebe, bei denen die Mammographie oft schwer beurteilbar ist, kann der Ultraschall zusätzliche Aussagen treffen.

 

 

 

Y

ypN: ein vorgestelltes „y“ vor den Buchstaben der Tumorklassifikation (pT, pN, pM) bedeutet, dass bereits eine Therapie (meist: neoadjuvante Chemotherapie) durchgeführt wurde. Der Tumor ist also vor der Operation schon behandelt worden.

 

 

ypT: ein vorgestelltes „y“ vor den Buchstaben der Tumorklassifikation (pT, pN, pM) bedeutet, dass bereits eine Therapie (meist: neoadjuvante Chemotherapie) durchgeführt wurde. Der Tumor ist also vor der Operation schon behandelt worden.

 
 

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